Die Wurmkiste – Kompostierung auf dem eigenen Balkon

Recycle your kitchen, wie Lara und Felix

Für den eigenen Kompost braucht man nicht zwangsläufig einen Garten. Mit einer sogenannten „Wurmkiste“ kann man Nachhaltigkeit auch im Kleinen leben: Küchenabfälle, die sonst im Restmüll landen würden, können auf diese Weise in wertvollen Humus verwandelt werden.

Was ist eine Wurmkiste?

Die Wurmkiste ist in zwei Kammern unterteilt. In der einen Kammer werden Kompostwürmer (Eisenia fetida) in einem geeigneten Substrat angesiedelt. Die zweite Kammer bleibt zunächst leer. Die Kompostwürmer können regelmäßig mit Küchenabfällen und Papier gefüttert werden. Ist die erste Kammer dann irgendwann voll, kann damit begonnen werden, die zweite Kammer zu befüllen. Die Würmer wandern dann selbstständig dort hin, sodass die Humuserde in der ersten Kammer problemlos geerntet werden kann. 

Fertige Wurmkisten können bequem im Internet bestellt werden. Wer über etwas handwerkliches Geschick verfügt und selbst Hand anlegen möchte, kann seine Wurmkiste auch ganz einfach selbst bauen.

Wie kann man sich eine Wurmkiste bauen?

Bauanleitung

Benötigt werden lediglich Holzplatten und Dachlatten aus dem Baumarkt, etwas Kaninchendraht sowie Scharniere und Schrauben. Aus den Brettern wird eine quaderförmige Kiste gezimmert, der Deckel kann mittels der Scharniere befestigt werden. Mit Dachlatten und Kaninchendraht wird ein Gitter gefertigt, das die Kiste mittig in zwei Kammern unterteilt. Soll die Wurmkiste am Ende dem Wetter besser standhalten, bietet es sich an, sie mit einem Holzöl von außen zu versiegeln. Der Baumarkt des Vertrauens berät hierzu gerne. Nun können die Kompostwürmer ihr neues Zuhause beziehen! 

Besiedlung der Wurmkiste 

Am wichtigsten für den eigenen kleinen Kompost sind natürlich die Kompostwürmer. Diese kann man bei verschiedenen Anbietern im Internet erhalten. Einige Händler bieten darüber hinaus auch Futtererde an, die wertvolle Mineralien und Mikroorganismen enthält. Diese können das Mikroklima in der Wurmkiste positiv beeinflussen und den Kompostierungsvorgang beschleunigen. Ob man sich für den Einsatz dieses Substrats entscheidet, ist jedoch jedem selbst überlassen. Der Kompost kann auch ohne gut gedeihen.

 

Bevor die Kompostwürmer in die Wurmkiste gesetzt werden, sollte diese mit etwas Zeitungspapier oder Pappe ausgelegt werden. Die darin enthaltene Zellulose sorgt dafür, dass die Erde später locker und gut belüftet ist. Anschließend wird etwa 20 cm hoch düngerfreie Erde eingefüllt. Nun können die Kompostwürmer in die Kiste gesetzt werden. Da sie sehr lichtscheu sind, werden sie sich schnell in die Erde zurückziehen.

Die erste Fütterung kann sofort erfolgen. Die Kompostwürmer vertragen nach Bezug etwa eine Handvoll Obst- und Gemüseschalen, Pappe und Kaffeesatz. Nicht in die Kiste gehören Fisch- und Fleischabfälle, Zitrusfrüchte und scharfe Gemüsesorten wie Zwiebeln und Chili. Eierschalen können zwar in den Kompost gegeben werden, zersetzen sich aber nicht sonderlich gut und sind daher ebenfalls eher ungeeignet.

Die Würme brauchen Wasser, wie Menschen!

In der Kiste sollte eine ausreichende Feuchtigkeit herrschen, regelmäßiges Besprühen mit Wasser kann dabei helfen. Im Sommer ist besonders darauf zu achten, dass das Substrat nicht austrocknet. Wer möchte, kann das Substrat zusätzlich mit einer Hanfmatte oder einem alten Jutebeutel abdecken. Nach einer Eingewöhnungszeit von einigen Monaten, in denen die Würmer langsam angefüttert werden, können nahezu alle Küchenabfälle im hauseigenen Kompost verschwinden. Auf diese Weise kann jeder einen kleinen Teil zur Bildung nachhaltiger Erde beitragen.

Über Lara und Felix

Wir, Felix und Lara, wohnen seit einiger Zeit zusammen in einer gemütlichen Stadtwohnung in Aachen. Hier studieren wir beide Physik bzw. Biologie an der RWTH. Unseren Alltag versuchen wir möglichst nachhaltig zu gestalten. Da auf unserem Balkon bereits viele Kräuter- und Gemüsesorten gedeihen, war ein eigener Kompost für uns eine ideale Ergänzung.